Gedenken an die Opfer – Bitte um Frieden
Traditionelle Kolping-Sühneandacht im einstigen KZ Buchenwald
Mitglieder aus sieben Thüringer Kolpingsfamilien und weitere Christen trafen sich am 3. Fastenwochenende wieder zu ihrer traditionellen Sühneandacht im ehemaligen KZ Buchenwald. Bei diesmal strahlendem Frühlingswetter zogen die Kolpingfreunde aus dem Eichsfeld sowie der thüringischen Diaspora betend und singend über das weitläufige Gelände der heutigen Gedenkstätte und gedachten an fünf Kreuzwegstationen mit Lebenszeugnissen und Fürbitten umgebrachter KZ-Opfer. Die ergreifenden Texte dazu hatte Alt-Diözesanpräses Suitbert Schellenberg vorbereitet, während sie dann an den jeweiligen Stationen von Kolpingmitgliedern und Priestern vorgetragen wurden.
Der Bußgang begann im einstigen Arrestbau, in dem u.a. der evangelische Pfarrer Paul Schneider und der katholische Prälat Otto Neururer von den Nationalsozialisten ermordet wurden, und endete im Hof des einstigen Krematoriums, wo die Wallfahrer ein „Vaterunser“ für alle unschuldigen Opfer der Vergangenheit und Gegenwart beteten und abschließend Gott, den Herrn der Zeiten, insbesondere um Frieden in sehr unfriedlichen Tagen baten.
Zuvor hatten die Kolpingfreunde noch im einstigen sowjetischen Speziallager Gebetsstation gemacht, in dem nach 1945 ebenfalls viele unschuldige Menschen zu Tode kamen.
Die Thüringer Kolpingsfamilien organisieren bereits seit 1958 in Weimar bzw. im ehemaligen KZ Buchenwald besondere Sühneandachten. Sie erinnern dabei auch daran, dass während der Naziherrschaft dort mindestens zwei bekannte Kolpingmitglieder (Präses Richter und Theodor Babylon) den Märtyrertod starben.
Text und Fotos: Michael Meinung

